Proton therapy for head and neck carcinoma

Protonentherapie bei Kopf-Hals-Karzinomen

Protonentherapie bei Kopf-Hals-Karzinomen

Protonenpartikel geben keine Austrittsdosis ab, so dass bei der Protonentherapie das normale Gewebe unter dem Tumorziel nicht geschädigt wird. Die Vorteile dieser Eigenschaft zeigen sich bei Kopf- und HalsTumoren aufgrund der anatomischen Einschränkungen bei fast allen Krebserkrankungen in diesem Bereich.

Studien, in denen die Protonentherapie mit der Photonentherapie verglichen wurde, zeigten eine signifikant niedrigere Rate bei akuter Dysphagie (> Grad 2), Dysgeusie, Mukositis und Übelkeit zugunsten der Protonentherapie. Darüber hinaus führte die Protonentherapie zu geringerem Gewichtsverlust, geringerer Opioid-Gabe und geringerer Sondenabhängigkeit bei Gastrostomie.

Vorteile der Protonentherapie bei Kopf- und Hals-Karzinomen

Die Protonentherapie ermöglicht eine aggressive, lokale Therapie. Die Protonentherapie zeigt bei NasennebenhöhlenTumoren eine verbesserte lokale Kontrolle und steigende Überlebenschancen. In einer kürzlich durchgeführten Meta-Analyse zeigte sich auch, dass die Protonentherapie der IMRT hinsichtlich des beschwerdenfreien Weiterlebens (72 % vergl. mit 50 % nach 5 Jahren) und der Tumorkontrolle (81 % vergl. mit 64 %) überlegen ist.
Der für die Protonentherapie exklusive dosimetrische Vorteil führt zu einer Toxizitätsreduzierung. Studien, in denen die Protonentherapie mit der Photonentherapie verglichen wurde, zeigten eine signifikant niedrigere Rate bei akuter Dysphagie (> Grad 2), Dysgeusie, Mukositis und Übelkeit zugunsten der Protonentherapie. Darüber hinaus führte die Protonentherapie zu geringerem Gewichtsverlust, geringerer Opioid-Gabe und geringerer Sondenabhängigkeit bei Gastrostomie.


Bei wiederauftretenden Kopf- und HalsTumoren, die eine erneute Bestrahlung erfordern, kann mit der Protonentherapie eine höhere Strahlendosis auf den Tumor gerichtet werden, wobei die Dosis für das umliegende Gewebe gleichzeitig minimiert wird. Dies führt selbst bei Patienten, die zuvor mehrfach mit Strahlentherapie behandelt wurden, zu einem minimal akuten Toxizitätsprofil. Die Protonentherapie ist besonders für rezidivierende Krebserkrankungen geeignet, bei denen das Risiko von schweren Komplikationen aufgrund der hohen kumulativen Dosis auf kritische Strukturen besteht.

Laufende Studien

Drei Phase-II- und Phase-III-Studien werden derzeit bei ClinicalTrials.gov dokumentiert. Das MD Anderson Cancer Center führt eine randomisierte Phase-II/III-Studie durch, in der IMPT und IMRT bei Oropharyngealkarzinomen verglichen werden. In dieser Studie werden 360 Patienten erfasst. Die primäre Zielgröße legt die Raten und den Schweregrad auf eine Spättoxizität des Grads 3–5 zwischen den zwei Modalitäten fest.


Im MGH wird eine Phase-II-Studie durchgeführt, in der untersucht wird, ob die Protonentherapie zu einer gleichwertigen oder verbesserten lokalen Kontrollrate mit ähnlicher oder niedrigerer Toxizität im Vergleich zur IMRT bei der Behandlung von lokal fortgeschrittenen malignen sinunasalen Tumoren führt. Die Studie, an der 90 Patienten teilnehmen, misst primär die lokale Kontrolle nach 2 Jahren und die sekundären Endpunkte einschließlich Erhalt der visuellen Funktion, Lebensqualität (QoL) und neurokognitive Funktionen nach 5 Jahren.


Die Technische Universität Dresden führt eine Studie durch, in der die erneute Protonenbestrahlung bei Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen in einem zuvor bestrahlten Feld (> 50 Gy) untersucht wird. Die Studie misst die Spättoxizität als primären Endpunkt sowie das Überleben und die QoL als sekundäre Endpunkte.

Die Sicht des Experten

Dr. Alexander Lin ist der Leiter der Strahlentherapieabteilung für Kopf-Hals-Karzinome und medizinischer Leiter des Roberts Proton Therapy Center. Er befasst sich mit Problemen, die besonders bei der herkömmlichen Kopf- und Halsbestrahlung auftreten und nennt spezielle Szenarios, in denen die Protonentherapie von Vorteil sein kann. „Im Kopf- und Halsbereich befinden sich viele lebenswichtige Organe, die kritische alltägliche Funktionen übernehmen. Häufig befinden sich diese Organe sehr nah an den Bereichen, die bestrahlt werden müssen.
Viele geheilte Patienten leben lange Zeit mit den Nebenwirkungen der Behandlung, häufig mit negativen Auswirkungen auf die Sprach- oder Schluckfunktion und auf die allgemeine Lebensqualität. Bei anderen Patienten gibt es Einschränkungen bezüglich der möglichen Strahlenmenge, die sicher angewendet werden kann, was die Chancen einer Heilung beeinträchtigt. Genau hier birgt die Protonentherapie ein unglaubliches Potenzial. Da die Strahlenbelastung des gesunden Gewebes reduziert wird, kann die Protonentherapie die langfristige Toxizität minimieren und eine hervorragende Lebensqualität nach der Behandlung garantieren. Bei Krebsarten, die nicht mit Standardtherapien behandelbar sind, kann die Protonentherapie möglicherweise die für eine Heilung erforderlichen höheren Bestrahlungsdosen unter Beibehaltung der Patientensicherheit bieten.“

 

Nützliche Dokumente Whitepapers et und Publikationen

In diesem Whitepaper erfahren Sie mehr über die Vorteile der Protonentherapie und über die neuesten Studien.

IBA-Whitepaper: Behandlung von Kopf-Hals-Karzinomen mit Protonentherapie

Allgemeiner Überblick über die aktuelle Praxis, Chancen und Herausforderungen bei der Behandlung von Kopf-Hals-Karzinomen